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Tortillas kaufen in Österreich: Weizen, Mais, tiefgekühlt
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Tortillas kaufen in Österreich: Weizen, Mais, tiefgekühlt

23. Okt. 20265 Min. Lesezeit(Aktualisiert: 23. Okt. 2026)

Weizen- oder Maistortilla, Supermarkt oder Spezialladen, frisch oder tiefgekühlt: wie man in Österreich die richtige Tortilla findet und das Etikett liest.

Kurz gesagt

„Tortilla“ ist im österreichischen Supermarkt fast immer eine Weizentortilla: weich, hell, in großen Durchmessern, gedacht für Wraps und Burritos. In Mexiko ist die Alltagstortilla dagegen eine Maistortilla aus nixtamalisiertem Mais, klein, dünn, mit deutlichem Maisgeschmack. Beide haben ihre Berechtigung, nur eben für unterschiedliche Gerichte. Wer Tacos, Enchiladas oder Chilaquiles so machen will, wie man sie in Mexiko isst, braucht Maistortillas, und die findet man in Österreich am ehesten im Spezialhandel, tiefgekühlt, oder man macht sie selbst.

Drei Arten von Tortillas, die man kennen sollte

ArtWorausTypische GrößeWofür
Weizentortilla (tortilla de harina)Weizenmehl, Fett, Wasser, Salz, oft Backtriebmittel15–30 cmBurritos, Quesadillas nach nordmexikanischer Art, Wraps
Maistortilla aus nixtamalisiertem MaisMais, der mit Kalk gekocht wurde, Wasser, eventuell Salz10–15 cmTacos, Enchiladas, Tostadas, Chilaquiles, Flautas
„Maistortilla“ als MischungWeizenmehl plus Maismehl15–25 cmwie Weizentortilla, mit etwas Maisaroma

Die dritte Kategorie ist im Supermarkt häufig. Sie ist nicht schlecht, aber sie verhält sich wie eine Weizentortilla und schmeckt nicht nach dem, was in Mexiko „tortilla“ heißt. Den Unterschied sieht man nur auf dem Etikett.

Das Etikett lesen

Auf der Zutatenliste sollten Sie bei einer echten Maistortilla nach diesen Hinweisen suchen:

  • „Maismehl nixtamalisiert“, „Masa“ oder „Maismasse“ an erster Stelle.
  • Calciumhydroxid (auch als E 526 oder „Kalk“ angegeben): Das ist der Stoff, mit dem der Mais bei der Nixtamalisation gekocht wird. Er sorgt dafür, dass der Teig zusammenhält, und verändert Geschmack und Nährwert.
  • Kein Weizenmehl, wenn Sie eine reine Maistortilla wollen. Wer Gluten meiden muss, sollte zusätzlich auf Hinweise zu Spuren achten.

Steht dagegen „Weizenmehl“ vorne und „Maismehl“ weiter hinten, ist es eine Mischtortilla. Steht nur „Maismehl“ ohne Hinweis auf Nixtamalisation, lohnt ein zweiter Blick: Gewöhnliches Maismehl oder Polenta bindet ohne Kalkbehandlung nicht zu einem Tortillateig. Mehr zu diesem Unterschied in Masa Harina in Österreich kaufen.

Was der Supermarkt meist hergibt

In den großen Ketten findet man Weizentortillas in der Regel im Regal mit internationalen oder mexikanischen Produkten, oft neben Taco Shells, Tortilla-Chips und Salsa im Glas. Maistortillas aus nixtamalisiertem Mais sind im normalen Handel deutlich seltener. Das Angebot unterscheidet sich zwischen Ketten, Filialen und sogar Wochen, etwa wenn ein Diskonter eine Aktionswoche hat; wir haben die Regale nicht systematisch erhoben und nennen deshalb keine einzelnen Produkte.

Für Burritos, gefüllte Wraps und schnelle Quesadillas ist die Supermarkt-Weizentortilla eine gute Wahl. Ein Burrito nach Mission-Art braucht ohnehin eine große Weizentortilla, die man im Mais-Format gar nicht bekommt.

Maistortillas im Spezialhandel

Laut Webshop von Casa Mexico, Stand 23. Oktober 2026, führt der Händler mit Läden in Wien (Siebensterngasse 16, 1070) und Graz (Klosterwiesgasse 5, 8010) eine größere Auswahl. Ein Auszug:

Im Webshop ohne TK-Kennzeichnung

  • Weizentortillas der Hausmarke in 15, 20, 25 und 30 cm sowie „Tortillas de Harina Norteñas“
  • Weizentortillas der Marke Palapa in mehreren Größen, auch Vollkorn
  • Maistortillas „Recuerdo“ in Weiß, Gelb und Blau, 12 und 15 cm
  • „Tortillas de Maíz Caseras“ in 12 und 15 cm

Im Webshop als tiefgekühlt (TK) gekennzeichnet

  • nixtamalisierte Maistortillas, unter anderem im Taquera-Format 12 cm und als „Tortillas de Mesa“ 15 cm
  • gelbe Maistortillas für Totopos und dicke gelbe Maistortillas
  • blaue Maistortillas in 12 und 15 cm
  • Maistortillas für Flautas und ovale Tortillas für Huaraches
  • Weizentortillas mit Spinat oder Tomate

Für Privatkunden gilt beim Versand: Tiefgekühlte Tortillas schickt der Händler nur mit Einverständnis, weil sie unterwegs auftauen können. Wer in Wien oder Graz wohnt, holt sie am besten selbst. Alle Details zum Versand stehen im Beitrag Mexikanische Zutaten online bestellen.

Welche Tortilla für welches Gericht

  • Tacos: kleine Maistortillas, 10 bis 12 cm, zwei übereinander. Etwa für Tacos al Pastor.
  • Enchiladas: Maistortillas um 15 cm, kurz in Fett oder Sauce erwärmt, damit sie beim Rollen nicht brechen: Enchiladas Verdes.
  • Flautas und Tacos dorados: Maistortillas, eng gerollt und knusprig gebraten, zum Beispiel Flautas de Pollo.
  • Sopa de tortilla und Chilaquiles: ältere Maistortillas, in Streifen oder Dreiecke geschnitten und frittiert oder gebacken; siehe Sopa de Tortilla.
  • Burritos, große Quesadillas: Weizentortillas ab 25 cm.

Und die Taco Shells?

Die harten, U-förmig gebogenen Taco Shells aus der Schachtel sind eine Erfindung der amerikanischen Tex-Mex-Küche. In Mexiko isst man Tacos aus weichen Tortillas; knusprig wird es dort bei Tostadas (flach frittiert) oder Tacos dorados (gerollt und gebraten). Gegen Taco Shells ist nichts zu sagen, wenn es schnell gehen soll und Kinder mitessen. Wer aber das Gefühl einer mexikanischen Taquería sucht, nimmt weiche Maistortillas. Flache Tostadas lassen sich übrigens leicht selbst herstellen: Maistortillas im Ofen bei mittlerer Hitze backen, bis sie hart und leicht gebräunt sind, und dann zum Beispiel mit Hähnchen-Tinga belegen.

Wie viel man einkaufen sollte

Bei Tacos rechnet man je nach Appetit mit drei bis fünf Tacos pro Person. Weil man in Taquerías oft zwei Maistortillas übereinanderlegt, damit nichts reißt, verdoppelt sich die Zahl der Tortillas schnell. Für vier Personen sind 30 bis 40 kleine Maistortillas keine übertriebene Menge. Bei Burritos genügt meist einer pro Person, bei Enchiladas zwei bis drei. Lieber eine Packung mehr kaufen: Was übrig bleibt, wird zu Totopos oder Chilaquiles.

Aufwärmen, aufbewahren, einfrieren

Maistortillas brechen, wenn man sie kalt faltet. Richtig erwärmt werden sie in einer trockenen, heißen Pfanne oder auf einem Comal: pro Seite einige Sekunden, bis sie weich werden und sich leicht aufblähen. Danach kommen sie in ein Tuch oder einen Tortillawärmer, wo sie sich gegenseitig warm und biegsam halten.

Tiefgekühlte Tortillas taut man am besten langsam im Kühlschrank auf und trennt sie erst dann voneinander. Geöffnete Packungen gut verschließen, damit die Ränder nicht austrocknen. Wer zu viele hat: Maistortillas lassen sich portionsweise einfrieren, mit einem Stück Backpapier dazwischen. Ausgetrocknete Tortillas sind kein Verlust, sondern die Grundlage für Totopos und Chilaquiles.

Die Alternative: selber machen

Wer weit weg von Wien und Graz wohnt, hat mit Masa Harina die zuverlässigste Lösung, denn das Mehl ist ungekühlt haltbar und lässt sich problemlos verschicken. Aus Masa Harina, Wasser und einer Prise Salz entstehen in einer halben Stunde frische Maistortillas; eine Tortillapresse macht es leichter, zwei Bretter und ein Gefrierbeutel funktionieren aber auch. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Rezept Handgemachte Maistortillas. Wer einmal frisch gebackene Tortillas gegessen hat, merkt den Unterschied zur Weizentortilla aus dem Regal sofort, beim Geruch genauso wie beim Biss.

Edmond Bojalil
Edmond Bojalil

Gründer, Recetas Mexas

Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.

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