
Die beliebtesten mexikanischen Antojitos, einzeln erklärt
24. März 2026
Was sind Gorditas, Sopes, Tlacoyos, Memelas, Huaraches und Pambazos? Vollständiger Leitfaden zu den beliebtesten mexikanischen Antojitos, ihrem Ursprung, ihren Zutaten und wie man sie unterscheidet.
Die Antojitos sind die Seele der mexikanischen Straßenküche. Das Wort kommt von „antojo“ – einem Verlangen, einer Laune – und beschreibt perfekt, was sie sind: kleine Straßengerichte, die man als Snack, als Fast Food oder als informelles Abendessen isst. Sie sind das Essen des Volkes, das man an jeder Ecke, auf jedem Markt, auf jedem Jahrmarkt Mexikos findet.
Für Nicht-Mexikaner können die Antojitos verwirrend sein: Viele wirken ähnlich – Maisteig mit irgendeiner Füllung oder Auflage –, doch jedes hat eine andere Form, eine andere Technik und einen anderen Zweck. Dieser Leitfaden erklärt dir die beliebtesten Antojitos, eines nach dem anderen, damit du, wenn du sie auf der Speisekarte eines mexikanischen Restaurants oder in unseren Rezepten siehst, genau weißt, was dich erwartet.
Tacos: das universelle Antojito
Der Taco ist das weltweit bekannteste Antojito und das am einfachsten zu erklärende: eine Tortilla (aus Mais oder Weizenmehl), die um eine Füllung gefaltet wird. Sie kann alles Mögliche enthalten: Fleisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Insekten, Eintöpfe. Die Tortilla wird auf dem Comal (Grillplatte) erhitzt, die Füllung wird daraufgelegt und sie wird gefaltet. Man isst sie mit den Händen, begleitet von Salsa, Koriander, Zwiebel und Limette.
Was den Taco zu einem Antojito und nicht zu einem „Hauptgericht“ macht, ist seine Größe: Ein einzelner Taco ist klein, dafür gedacht, mehrere zu essen (ein Mexikaner kann 4–8 Tacos in einer Sitzung essen) und jeden mit verschiedenen Saucen und Beilagen zu personalisieren.
Quesadillas: die ewige Debatte
Die Quesadilla ist eine in der Mitte gefaltete Tortilla mit einer Füllung, gegart auf dem Comal oder der Grillplatte. In ganz Mexiko außer in Mexiko-Stadt enthält sie zwingend Käse. In CDMX (Mexiko-Stadt) kann eine Quesadilla mit Kürbisblüte, Huitlacoche (Maispilz), gepresstem Chicharrón, Kartoffel oder anderen Füllungen belegt sein, mit oder ohne Käse. Die Quesadillas von CDMX werden aus rohem blauem Maisteig hergestellt (nicht aus vorgegarter Tortilla), von Hand geformt und frittiert oder auf dem Comal gegart, was ihnen eine völlig andere Textur verleiht.
Gorditas: gefüllte Teigtaschen
Die Gorditas sind dicke Scheiben aus Maisteig (viel dicker als eine Tortilla), die auf dem Comal gegart und dann wie eine Tasche in der Mitte geöffnet werden, um sie zu füllen. Sie sind wie ein mexikanisches Pitabrot. Die Füllung kann gepresster Chicharrón, Nopales mit Käse, Picadillo, Rajas mit Sahne, gebratene Bohnen oder jeder hausgemachte Eintopf sein.
Wie sie zubereitet werden: Man formt eine Maisteigkugel von der Größe eines Tennisballs, flacht sie zu einer Scheibe von etwa 10 cm Durchmesser und 1,5 cm Dicke ab, gart sie auf dem Comal von beiden Seiten, bis sie fest ist und goldene Flecken hat, und schneidet sie dann mit einem Messer entlang des Äquators auf, um sie zu öffnen und zu füllen.
Variante: Im Norden Mexikos (besonders in San Luis Potosí) werden die Gorditas in Öl frittiert statt auf dem Comal gegart und mit Käse, Bohnen oder geschmortem Fleisch gefüllt. Sie sind außen knuspriger und innen weich.
Sopes: Plattformen mit Rändern
Die Sopes (in manchen Regionen auch Pellizcados genannt) sind auf dem Comal gegarte Maisteigscheiben, deren Rand eingekniffen wird, um eine kleine Mauer ringsum zu bilden und so eine essbare Plattform oder ein „Tellerchen“ zu schaffen. Auf diese Basis streicht man gebratene Bohnen und legt Fleisch (zerpflücktes Hähnchen, Chorizo, Tinga), Salat, Sahne, geriebenen Käse und Salsa darauf.
Unterschied zur Gordita: Der Sope ist flach mit Rändern (wie eine Mini-Pizza), während die Gordita dick ist und innen wie eine Tasche gefüllt wird. Der Sope wird „eingekniffen“, um den Rand zu bilden; die Gordita wird aufgeschnitten, um sie zu öffnen.
Wie sie zubereitet werden: Man flacht eine Teigkugel zu einer Scheibe von 8–10 cm ab, gart sie auf dem Comal von einer Seite, wendet sie, und wenn sie teilweise gegart ist, kneift man die Ränder mit den Fingern ein (Vorsicht, es verbrennt), um sie etwa 2 cm hochzuziehen. Man gart sie auf dem Comal fertig und frittiert sie dann leicht in Öl, damit sie außen knusprig wird.
Tlacoyos: Füllung im Teig
Die Tlacoyos sind eines der ältesten Antojitos Mexikos, mit archäologischen Belegen von über 2.000 Jahren. Es sind Ovale aus Maisteig (oft blauer Mais) mit einer Füllung, die vor dem Garen IN den Teig eingearbeitet wird. Die traditionellen Füllungen sind Bohnen, Requesón (Frischkäse), Ackerbohnen oder Chicharrón. Einmal geformt, werden sie auf dem Comal gegart und mit grüner Salsa, Zwiebel, Koriander und zerbröseltem Frischkäse serviert.
Unterschied zur Gordita: Die Füllung des Tlacoyo kommt IN den rohen Teig, er wird mit der eingearbeiteten Füllung geformt und geschlossen gegart. Die Gordita wird zuerst gegart und danach gefüllt.
Huaraches: die Sandalenform
Die Huaraches sind längliche, ovale Maisteigstücke – in Form einer Huarache (mexikanische Sandale) –, die etwa 20–25 cm lang sind. Sie werden auf dem Comal gegart, leicht frittiert und mit Bohnen, Fleisch (Bistec, Suadero, al Pastor), Salsa, Sahne, Käse und Nopales bedeckt. Sie sind im Grunde riesige, längliche Sopes.
Sie sind ein deftiges Frühstück oder Mittagessen, typisch für die Märkte von Mexiko-Stadt. Ein kompletter Huarache kann eine ganze Mahlzeit sein.
Memelas: die oaxaquenische Version
Die Memelas ähneln den Sopes, stammen aber aus Oaxaca. Es sind auf dem Comal gegarte Maisteigscheiben, bestrichen mit einer Schicht Asiento (dem Fett, das bei der Zubereitung von Chicharrón übrig bleibt), schwarzen Bohnen und bedeckt mit Salsa, Oaxaca-Frischkäse und Zwiebel. Sie sind rustikaler und schlichter als die Sopes, und ihr Geschmack hängt enorm von der Qualität des Asiento und der Bohnen ab.
Pambazos: das rot gefärbte Sandwich
Der Pambazo ist ein einzigartiges Antojito: ein weiches weißes Brot (Pan Pambazo), gefüllt mit Kartoffel und Chorizo, das vollständig in rote Sauce aus Guajillo-Chili getaucht und dann auf der Grillplatte frittiert wird, bis es außen knusprig und mit Sauce durchtränkt ist. Es wird aufgeklappt mit Salat, Sahne und Frischkäse serviert. Es ist herrlich unordentlich und absolut köstlich.
In Spanien: Du kannst ein Brot vom Typ Ciabatta oder ein weiches Baguette verwenden. Wichtig ist die Guajillo-Sauce: Weiche Guajillo-Chilis ein, püriere sie mit Knoblauch und Salz, passiere sie und tauche das gefüllte Brot in diese Sauce, bevor du es auf der Grillplatte mit etwas Öl frittierst.
Tostadas: die knusprige Basis
Die Tostadas sind Maistortillas, die frittiert oder gebacken werden, bis sie vollständig knusprig und flach sind. Sie dienen als Basis für unzählige Zubereitungen: Hähnchen-Tinga, Ceviche, Rinderfuß, Bohnencreme mit Käse, Avocado. Man isst sie mit den Händen und versucht, dass sie nicht beim ersten Bissen zerbricht (Spoiler: Sie zerbricht immer).
Elotes und Esquites: der Straßenmais
Der Elote ist ein ganzer Maiskolben, gekocht oder gegrillt, an einem Stiel serviert und mit Mayonnaise, geriebenem Cotija-Käse, Chilipulver und Limette bedeckt. Die Esquites sind dasselbe, aber mit vom Kolben gelösten Maiskörnern, im Becher serviert mit denselben Gewürzen plus heißer Epazote-Brühe. Beide sind nach dem Taco der beliebteste Straßensnack Mexikos.
Flautas und Tacos Dorados: das Knusprige
Die Flautas sind um eine Füllung (Hähnchen, Kartoffel, Barbacoa) gerollte Tortillas, die frittiert werden, bis sie knusprig wie eine Flöte sind. Die Tacos Dorados sind im Wesentlichen dasselbe, aber kürzer. Sie werden mit Sahne, Salat, Salsa und Käse serviert. Sie sind das perfekte Antojito für Feste und Zusammenkünfte.
Tamales: das eingewickelte Antojito
Die Tamales bestehen aus mit Schmalz aufgeschlagenem Maisteig, gefüllt mit Mole, Rajas, Süßem oder Fleisch, eingewickelt in Maisblatt oder Bananenblatt und im Dampf gegart. Sie sind das älteste Antojito Mexikos (Belege von über 5.000 Jahren) und das zeremoniellste: Sie werden für Feste, Hochzeiten, Taufen, den Día de Muertos (Tag der Toten) und Candelaria (Mariä Lichtmess, 2. Februar) zubereitet.
Chalupas: aus Puebla für die Welt
Die Chalupas stammen aus Puebla und sind kleine Teigscheiben (kleiner als ein Sope), in Schmalz frittiert, bedeckt mit grüner oder roter Salsa, zerpflücktem Fleisch und Zwiebel. Sie sind knusprig, klein (man isst sie in 2–3 Bissen) und werden immer paarweise oder zu dritt serviert. Sie sind vielleicht das eleganteste Antojito: klein, definiert, mit konzentrierten Aromen.
Wo man in Spanien authentische Antojitos probieren kann
Einige mexikanische Restaurants in Spanien bieten authentische Antojitos auf ihrer Speisekarte an. Suche nach denen, die Sopes, Gorditas oder Huaraches ausdrücklich nennen – das deutet darauf hin, dass sie mit frischem Maisteig arbeiten und die mexikanische Straßenküche über die Tacos hinaus kennen. Die besten sind meist kleine, von Mexikanern geführte Restaurants, in denen der Teig täglich zubereitet wird.
Wenn du sie lieber zu Hause zubereiten möchtest, ist die Basis für alle dieselbe: Maisteig (Maseca-Mehl + Wasser + Salz). Beherrsche den Teig und du kannst jedes Antojito dieser Liste zubereiten. Besuche unsere Rezepte, um Schritt-für-Schritt-Anleitungen der beliebtesten zu finden, und bring das mexikanische Straßenfest in deine spanische Küche.

Gründer, Recetas Mexas
Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.
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