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Die Geschichte der Schokolade: von Mesoamerika in die Welt
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Die Geschichte der Schokolade: von Mesoamerika in die Welt

21. März 2026

Die Schokolade entstand vor 4.000 Jahren in Mexiko als heiliges Getraenk der Goetter und Krieger. Entdecke ihre Reise von den olmekischen Urwaeldern bis zu den europaeischen Schokoladenmanufakturen und wie man mexikanische Schokolade zu Hause zubereitet.

Die Speise der Goetter entstand in Mexiko

Bevor es Lindt-Tafeln, belgische Pralinen oder Nestle-Kakaopulver gab, war die Schokolade ein heiliges mesoamerikanisches Getraenk, das Priestern, Kriegern und dem Adel vorbehalten war. Ihre Geschichte beginnt vor mehr als 4.000 Jahren in den tropischen Regenwaeldern dessen, was heute der Sueden Mexikos und Guatemala ist, wo die ersten mesoamerikanischen Voelker entdeckten, dass sich die Samen des Kakaobaums in etwas Aussergewoehnliches verwandeln liessen.

Das Wort "Schokolade" stammt aus dem Nahuatl xocolatl, moeglicherweise von xococ (sauer/bitter) und atl (Wasser). Diese Etymologie sagt uns viel: Die urspruengliche Schokolade war nicht suess. Sie war ein bitteres, gewuerztes, oft scharfes Getraenk, das sich voellig von der Schokolade unterschied, die wir heute kennen.

Die Olmeken: die ersten Schokoladenmacher

Der aelteste Beleg fuer die Verwendung von Kakao stammt von der olmekischen Zivilisation (1500 v. Chr.) an der Golfkueste Mexikos. In olmekischen Gefaessen gefundene Reste von Theobromin (dem Wirkstoff des Kakaos) bestaetigen, dass diese Zivilisation bereits vor 3.500 Jahren Kakao verarbeitete und konsumierte.

Die Olmeken konsumierten den Kakao wahrscheinlich auf urspruenglichere Weise - vielleicht das suesse Fruchtfleisch, das die Samen im Inneren der Frucht umgibt und das vergoren wurde, um ein alkoholisches Getraenk herzustellen. Das Verfahren des Roestens, Schaelens und Mahlens der Kakaobohnen zu einer Paste sollte erst spaeter folgen.

Die Maya: das zeremonielle Getraenk

Die Maya hoben den Kakao auf eine andere Ebene. Fuer sie war der Kakao ein Geschenk des Gottes Kukulkan (der gefiederten Schlange) an die Menschheit. Das Kakaogetraenk (kakaw auf Maya) stand im Zentrum religioeser Zeremonien, Hochzeiten, Beerdigungen und politischer Verhandlungen.

Die Maya-Zubereitung war aufwendig: Die Kakaobohnen wurden geroestet, geschaelt, auf einem Metate (Mahlstein) zu einer Paste gemahlen und in heissem Wasser geloest. Dazu gab man Chili, Vanille, Achiote (fuer die rote Farbe) und manchmal Honig der Melipona-Biene (einer stachellosen Biene aus Yucatan).

Das geschaetzteste Merkmal war der Schaum. Die Maya gossen das Getraenk aus gewisser Hoehe von einem Gefaess in ein anderes, um eine schaumige Schicht zu erzeugen - der Schaum galt als der wertvollste und spirituellste Teil des Getraenks. Die mit Szenen des Schokoladengiessens verzierten Maya-Gefaesse gehoeren zu den schoensten Kunstwerken der Maya-Zivilisation.

Die Azteken: Waehrung und Macht

Fuer die Azteken war der Kakao nicht nur Speise und Getraenk - er war Waehrung. Die Kakaobohnen wurden im gesamten Reich als Geld verwendet: Eine Tomate kostete eine Kakaobohne, eine Avocado drei und ein Sklave etwa 100. Das Faelschen von Kakaobohnen (das Fuellen leerer Schalen mit Lehm) war ein schweres Verbrechen.

Der Kaiser Moctezuma II. soll taeglich 50 Tassen xocolatl konsumiert haben, serviert in goldenen Bechern. Das aztekische Getraenk war komplexer als das der Maya: Neben Chili und Vanille konnte es Magnolienblueten, Piment, Zapote-Samen und in zeremoniellen Kontexten sogar halluzinogene Pilze enthalten.

Aztekische Krieger erhielten Tafeln aus gepresster Kakaopaste als Feldration - ein energiereiches, leicht zu transportierendes und hochkalorisches Nahrungsmittel. Es ist im wahrsten Sinne der erste "Energieriegel" der Geschichte.

Die spanische Eroberung und die Reise nach Europa

Als Hernan Cortes 1519 an den Hof von Moctezuma kam, probierte er das xocolatl und war beeindruckt, auch wenn ihn die bittere und scharfe Version nicht begeisterte. Die Spanier nahmen eine entscheidende Veraenderung vor: Sie fuegten Rohrzucker hinzu. Diese einfache Aenderung verwandelte die Schokolade von einem bitteren zeremoniellen Getraenk in ein zugaengliches suesses Vergnuegen.

Die Schokolade gelangte um 1528 nach Spanien und blieb fast ein Jahrhundert lang ein spanisches Geheimnis. Die Hieronymitenmoenche waren die Ersten, die in Europa Schokolade herstellten, in ihren Kloestern. Der spanische Hof nahm sie mit Leidenschaft auf - es heisst, der spanische Adel des 16. Jahrhunderts sei der heissen Schokolade verfallen gewesen.

Von Spanien aus breitete sich die Schokolade nach Italien, Frankreich, England und in das uebrige Europa aus. Jedes Land passte sie an: Die Franzosen verfeinerten sie, die Schweizer erfanden die Milchschokolade (1875), die Niederlaender entwickelten das Kakaopulver (1828) und die Englaender schufen die erste feste Schokoladentafel (1847).

Die mexikanische Schokolade heute

Waehrend Europa die Schokolade industrialisierte, bewahrte Mexiko seine handwerkliche Tradition. Die moderne mexikanische Schokolade bleibt ihren Wurzeln in vielerlei Hinsicht treu:

Tafelschokolade (chocolate de mesa)

Die mexikanischen Tafelschokoladen (Marken wie Abuelita, Ibarra oder Mayordomo) werden aus Kakao, Zucker und Zimt hergestellt - manchmal mit gemahlenen Mandeln. Sie sind koernig (nicht glatt wie europaeische Schokolade), weil die Mahlung bewusst rustikal ist. Man loest sie in heisser Milch, um heisse Schokolade zuzubereiten, und schlaegt sie mit einem hoelzernen Quirl (molinillo) auf, um den Schaum zu erzeugen, den die Maya so sehr schaetzten.

Schokolade aus Oaxaca

Oaxaca ist die Hauptstadt der handwerklichen mexikanischen Schokolade. Auf dem Markt 20 de Noviembre in der Stadt Oaxaca kannst du zusehen, wie der Kakao vor deinen Augen in Steinmuehlen gemahlen und mit den von dir gewuenschten Anteilen an Zucker, Zimt und Mandeln vermischt wird. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Die Schokolade aus Oaxaca ist rustikaler, intensiver und aromatischer als die industriell hergestellte.

Champurrado

Der Champurrado ist ein dickfluessiges Schokoladengetraenk mit Maismasse (Schokoladen-Atole). Es ist eines der waermendsten Getraenke Mexikos: cremig, dicht, mit dem Geschmack von Kakao, Zimt und Mais. Man trinkt ihn besonders im Winter und waehrend der weihnachtlichen Posadas.

Wie man in Deutschland mexikanische heisse Schokolade zubereitet

Es ist erstaunlich einfach und das Ergebnis ist unvergleichlich besser als jeder Instant-Kakao:

  • Variante 1 - Mit Tafel: Kaufe eine Tafel Abuelita- oder Ibarra-Schokolade in mexikanischen Laeden. Erhitze einen Liter Milch (nicht kochen), brich die Tafel in Stuecke und loese sie unter staendigem Ruehren auf. Schlage mit einem Schneebesen, bis sie schaeumt. Heiss servieren.
  • Variante 2 - Von Grund auf: Erhitze 1 Liter Milch. Gib 100 g dunkle Schokolade (70 % Kakao), 2 Essloeffel Zucker, eine Zimtstange und eine Prise gemahlenen Chile de Arbol (optional) hinzu. Ruehre, bis alles aufgeloest ist. Schlage zu Schaum. Die Spur Chili verwandelt das Erlebnis - sie ist nicht scharf, sondern verleiht nur Waerme.

Der Kakao als Zutat in der mexikanischen Kueche

Schokolade ist nicht nur zum Trinken da. In der mexikanischen Kueche taucht sie als Zutat auf in:

  • Mole poblano und Mole negro: Die Schokolade verleiht Tiefe und eine subtile Bitterkeit, die die Chilis und Gewuerze ausgleicht.
  • Mole coloradito: Eine Spur Schokolade am Ende des Garvorgangs.
  • Encacahuatado: Erdnusssauce mit etwas Schokolade.
  • Manchamanteles: Manche Versionen enthalten ein Stueckchen Schokolade.

In all diesen Faellen suesst die Schokolade nicht - sie wirkt als Geschmacksbruecke, die die Chilis, Gewuerze und sauren Zutaten zu einem harmonischen Ganzen verbindet.

"Die Schokolade ist mexikanisch. Alles andere sind nur Versionen." - Volksweisheit

Entdecke unsere Rezepte mit Schokolade, um herauszufinden, wie diese uralte Zutat suesse und herzhafte Gerichte bereichert. Finde authentische mexikanische Schokolade in unseren empfohlenen Laeden und probiere Moles mit Schokolade in mexikanischen Restaurants, die diese jahrtausendealte Tradition ehren.

Edmond Bojalil
Edmond Bojalil

Gründer, Recetas Mexas

Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.

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