
Wo in Deutschland die meisten Mexikaner leben: die Zahlen nach Bundesland
Offizielle Statistiken nach Bundesland waren für diesen Artikel nicht zugänglich – wir zeigen deshalb, wo mexikanische Gastronomie und Läden in Deutschland laut unserem eigenen Verzeichnis konzentriert sind, und was das (nicht) über Wohnbevölkerung sagt.
In einem früheren Artikel haben wir die Gesamtzahl von 24.165 Personen mit mexikanischer Staatsangehörigkeit in Deutschland eingeordnet und gezeigt, warum diese Zahl systematisch zu niedrig ist (sie erfasst keine deutsch-mexikanischen Doppelstaatler und keine Personen, die zusätzlich zur mexikanischen eine andere Nationalität führen). Die naheliegende nächste Frage ist: Wo in Deutschland leben diese Menschen – nach Bundesland?
Was wir für diesen Artikel NICHT verifizieren konnten
Wir haben versucht, die offizielle Aufschlüsselung des Statistischen Bundesamts (Destatis) nach Staatsangehörigkeit und Bundesland abzurufen. Das GENESIS-Online-Portal (die Datenbank, in der solche Tabellen liegen) ließ sich am 28.09.2026 nur bis zur Startseite ohne Tabelleninhalt aufrufen; eine gezielte Web-Suche nach der genauen Tabellennummer war zum Zeitpunkt der Recherche durch ein Suchbudget-Limit blockiert. Wir können deshalb für diesen Artikel KEINE offizielle Bundesland-Aufschlüsselung der mexikanischen Wohnbevölkerung zitieren. Das ist ausdrücklich als NO VERIFICADO zu lesen – nicht als „es gibt diese Daten nicht" (Destatis führt solche Tabellen grundsätzlich, sie waren für uns an diesem Tag nur nicht erreichbar), sondern als „wir konnten es an diesem Tag nicht bestätigen".
Was wir stattdessen zeigen können: unser eigenes Verzeichnis
Was wir mit Sicherheit haben, ist unser eigenes Verzeichnis mexikanischer Restaurants und Läden in Deutschland – 138 aktive Restaurants und 67 aktive Läden (Stand: interne Datenbank RecetasMexas, 28.09.2026). Das ist AUSDRÜCKLICH ein Proxy für kommerzielle mexikanische Präsenz, nicht für Wohnbevölkerung: Ein Restaurant kann von einer einzigen mexikanischen Familie betrieben werden und trotzdem hunderte deutsche Gäste bedienen; umgekehrt sagt die Abwesenheit eines Ladens nichts darüber, ob dort Mexikaner leben. Mit dieser Einschränkung im Kopf lohnt sich der Blick auf die Verteilung.
Unsere Datenbank speichert für Deutschland in den Feldern „city" und „province" faktisch denselben Wert (den Stadtnamen) – das ist eine bekannte Dateneigenheit unseres Systems, keine Aufschlüsselung nach Bundesland. Für diesen Artikel haben wir jede der 47 in unserem Verzeichnis vorkommenden Städte manuell ihrem Bundesland zugeordnet (allgemeines geografisches Wissen, keine amtliche Quelle) und die Einträge summiert.
| Bundesland | Restaurants | Läden |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 35 | 16 |
| Berlin | 27 | 15 |
| Bayern | 20 | 13 |
| Hamburg | 23 | 5 |
| Hessen | 12 | 4 |
| Baden-Württemberg | 8 | 6 |
| Sachsen | 8 | 2 |
| Niedersachsen | 2 | 4 |
| Bremen | 3 | 1 |
| Saarland | 0 | 1 |
Der eigene Rechenwert dieses Artikels
Zählt man Restaurants und Läden pro Bundesland zusammen, ergibt sich eine Rangfolge, die von der reinen Restaurant-Zahl abweicht: Nordrhein-Westfalen liegt mit 51 kombinierten Einträgen VOR Berlin (42), obwohl Berlin allein bei den Restaurants die größte Einzelstadt (27) stellt. Das liegt daran, dass sich Nordrhein-Westfalen aus vielen mittelgroßen Städten zusammensetzt (Düsseldorf, Köln, Dortmund, Essen, Bonn, Münster, Aachen, Bochum, Iserlohn), während Berlin als Einzelstadt zählt. Das ist eine eigene Berechnung von RecetasMexas anhand der Rohdaten unseres Verzeichnisses, nicht ein zitierter externer Wert.
Rangfolge nach Summe (Restaurants + Läden): Nordrhein-Westfalen (51), Berlin (42), Bayern (33), Hamburg (28), Hessen (16), Baden-Württemberg (14), Sachsen (10), Niedersachsen (6), Bremen (4), Saarland (1).
Auffällig ist außerdem, was FEHLT: Von 16 deutschen Bundesländern taucht in unserem Verzeichnis für sechs (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz) KEIN einziger Eintrag auf. Das heißt nicht, dass es dort keine mexikanischen Restaurants oder Läden gibt – es heißt, dass unser Verzeichnis dort noch keine erfasst hat. Diese Lücke ist eine Aussage über unsere Datenabdeckung, nicht über die Realität vor Ort, und wir nennen sie hier bewusst, statt sie zu verschweigen.
Wie konzentriert oder verstreut ist die Verteilung wirklich?
Ein weiterer eigener Rechenwert: Von den 19 Städten, in denen unser Verzeichnis mexikanische Restaurants erfasst, haben vier Städte (Münster, Oberhausen, Böblingen, Bergedorf) jeweils nur einen einzigen Eintrag – zusammen also 4 von 138 Restaurants, rund 2,9 %. Bei den Läden ist die Verteilung noch langgestreckter: 15 von 27 erfassten Orten (mehr als die Hälfte) haben jeweils nur einen einzigen Laden. Das bestätigt statistisch, was die Bundesland-Tabelle oben andeutet: Die mexikanische Gastronomie in Deutschland ist keine Verteilung mit vielen mittelgroßen Zentren, sondern eine klassische „Long-Tail"-Verteilung mit wenigen sehr dichten Großstädten (Berlin, Hamburg, München) und einer langen Reihe von Orten mit nur einem einzigen erfassten Betrieb. Für eine Bundesland-Auswertung bedeutet das: Ein einzelnes neues Restaurant in einem bisher leeren Bundesland kann die Rangfolge in unserer Tabelle spürbar verschieben – die Zahlen sind also eine Momentaufnahme unseres Verzeichnisses, keine stabile demografische Konstante.
Warum Berlin trotzdem die symbolische Hauptstadt bleibt
Auch ohne offizielle Bevölkerungszahlen nach Bundesland lässt sich sagen: Berlin ist die Stadt mit der höchsten absoluten Dichte mexikanischer Gastronomie in Deutschland (27 Restaurants – mehr als doppelt so viele wie die zweitplatzierte Stadt Hamburg mit 22). Die mexikanische Botschaft hat ihren Sitz in Berlin, was die Konzentration kultureller und diplomatischer Aktivität zusätzlich verstärkt – dieser Punkt betrifft aber diplomatische Präsenz, nicht Wohnbevölkerungszahlen, und sollte nicht verwechselt werden.
Was eine spätere, offizielle Zahl ändern könnte
Sollte eine zukünftige Recherche Zugriff auf die offizielle Destatis-Tabelle bekommen, ist zu erwarten, dass die reine Wohnbevölkerungszahl anders verteilt ist als unser Gastronomie-Proxy: Amtliche Ausländerstatistiken bilden in der Regel auch Studierende, Angestellte internationaler Unternehmen und Familienangehörige ab, die keinerlei gastronomischen Betrieb führen oder besuchen müssen, um in der Statistik zu erscheinen. Umgekehrt kann ein Restaurant von einer deutsch-mexikanischen Doppelstaatler-Familie geführt werden, die in der Ausländerstatistik gar nicht als „mexikanisch" auftaucht, weil sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt – ein Effekt, den wir bereits im Artikel zur nationalen Gesamtzahl von 24.165 Personen beschrieben haben. Die beiden Datenquellen (amtliche Bevölkerungsstatistik und unser Gastronomie-Verzeichnis) messen deshalb grundsätzlich unterschiedliche Dinge, selbst wenn beide „mexikanische Präsenz in Deutschland" im weiteren Sinn abbilden sollen. Ein direkter Abgleich beider Zahlen, sollte die amtliche Tabelle künftig zugänglich sein, wäre ein eigenständiges, lohnendes Folgeprojekt.
Fazit
Eine belastbare, nach Bundesland aufgeschlüsselte Zahl mexikanischer Einwohner Deutschlands konnten wir für diesen Artikel nicht beschaffen – das ist ein ausdrücklich deklarierter Hueco, kein stillschweigend übersprungener Punkt. Was wir zeigen können, ist die Verteilung der kommerziellen mexikanischen Präsenz laut unserem eigenen, mit Stand 28.09.2026 138 Restaurants und 67 Läden umfassenden Verzeichnis: Nordrhein-Westfalen liegt in Summe vorn, Berlin bleibt die dichteste Einzelstadt, und sechs Bundesländer fehlen in unseren Daten komplett.

Gründer, Recetas Mexas
Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.
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