Mexikanische Buñuelos: Sorten, Rezept und weihnachtlicher Ursprung
Edmond Bojalil · Fundador, Recetas Mexas
Actualizado: 12 ago 2026

Was ist das?
Mexikanische buñuelos sind dünne Scheiben aus Weizenteig, die goldbraun und knusprig frittiert, mit Zucker und Zimt bestreut oder in mit Anis aromatisiertem piloncillo-Sirup (unraffinierter Rohrzucker) getränkt werden. Sie gehören zur Welt der hispanischen frittierten Süßspeisen, erhielten in Mexiko jedoch eine eigene Identität mit so unterschiedlichen Varianten wie dem buñuelo de rodilla (Knie-buñuelo), dem buñuelo de viento (Wind-buñuelo) und dem Käse-buñuelo. Sie werden besonders zwischen dem 16. Dezember und dem 6. Januar zubereitet und sind unverzichtbarer Bestandteil der posadas, des Heiligabends, des Neujahrs und des Dreikönigstags. Ihr Verzehr ist mit einer volkstümlichen Tradition verbunden: Man isst sie von Tontellern, die danach auf den Boden geworfen und zerbrochen werden, um Glück anzuziehen.
Ursprung und Geschichte
Der buñuelo kam mit den spanischen Eroberern im 16. Jahrhundert nach Neuspanien und leitet sich von der arabisch-andalusischen Tradition der in Öl oder Schmalz frittierten Süßspeisen ab. Das Wort stammt aus dem Altkatalanischen bunyol, das seit dem Mittelalter belegt ist. In Mexiko wurde die Süßspeise mit Schweineschmalz, Weizenmehl und Anis angepasst und an den Zyklus der katholischen Dezemberfeste gebunden. Der Larousse Cocina hält fest, dass die buñuelos in Oaxaca in einer Schale mit piloncillo-Sirup serviert werden, ein aus der Kolonialzeit ererbter Brauch. México Desconocido dokumentiert, dass sich in Sinaloa, Nuevo León und dem Bajío unterschiedliche Versionen entwickelten: In Aguascalientes werden die viereckigen buñuelos seit dem 19. Jahrhundert auf Jahrmärkten verkauft. Die Tradition, den Teller nach dem Essen zu zerbrechen, geht auf die Verbindung indigener Opferpraktiken mit christlichen Jahresendfeiern zurück.
Charakteristische Zutaten
Es gibt drei große Familien mexikanischer buñuelos. Der buñuelo de rodilla wird hergestellt, indem man Teigkügelchen auf dem mit einem Tuch bedeckten Knie ausbreitet, bis sie hauchdünn sind; sie werden in Schmalz frittiert und werden knusprig wie große Oblaten. Der buñuelo de viento, ursprünglich aus dem Landeszentrum, wird mit einer heißen Eisenform hergestellt, die in einen leichten flüssigen Teig getaucht wird; beim Frittieren bildet er hohle Blumen oder Sterne. Der Käse-buñuelo, typisch für Oaxaca, enthält Frischkäse im Teig und wird mit piloncillo-Sirup, Guave und Zimt serviert. Der Grundteig kombiniert Weizenmehl, Ei, Schmalz, Zucker und Aniskörner. Der begleitende Sirup wird durch Kochen von piloncillo mit Zimt, Sternanis, Orangenschale und manchmal tejocote zubereitet, bis ein dunkler, aromatischer Sirup entsteht.
Kulturelle Bedeutung
In Mexiko ist der buñuelo weit mehr als ein Dessert: Er ist Markierungspunkt des festlichen Dezemberkalenders. Während der posadas und des Neujahrsessens werden sie lose auf den Straßen, Plätzen und Jahrmärkten verkauft, zusammen mit champurrado und ponche. In Aguascalientes gibt es die Feria Nacional de San Marcos, wo die viereckigen buñuelos die Hauptrolle spielen; in Oaxaca halten die traditionellen Köchinnen die von Generation zu Generation ererbte Technik des buñuelo de rodilla lebendig. Der Brauch, sich etwas zu wünschen und den Tonteller nach dem Essen zu zerbrechen, steht für den symbolischen Bruch mit dem alten Jahr. Diese Praxis, eine synkretistische Verschmelzung indigener und christlicher Traditionen, ist in Bundesstaaten wie Oaxaca, Puebla und Tlaxcala weiterhin lebendig. Die traditionelle mexikanische Küche, seit 2010 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt, zählt den buñuelo zu ihren emblematischen Süßspeisen.
Verwandte Rezepte
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Häufig gestellte Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen buñuelo de rodilla und buñuelo de viento?
- Der buñuelo de rodilla wird von Hand auf einem über dem Knie liegenden Tuch ausgebreitet, bis er dünn und flach ist, während der buñuelo de viento mit einer heißen Metallform hergestellt wird, die in flüssigen Teig getaucht wird, um hohle Figuren wie Blumen oder Sterne zu formen. Beide werden frittiert, aber ihre Textur und Form sind völlig verschieden.
- Wonach schmecken mexikanische buñuelos?
- Sie haben durch den Mehl-Schmalz-Teig einen neutralen, buttrigen Geschmack, gewinnen aber Süße durch den Belag: Zucker mit Zimt in der trockenen Version oder piloncillo-Sirup mit Anis und Orangenschale in der getränkten Version. Die Textur ist der Schlüssel: knusprig beim ersten Biss und weich dort, wo sie den Sirup aufsaugen.
- Wie werden die buñuelos zu Weihnachten serviert?
- Sie werden heiß oder lauwarm serviert, bestreut mit Zucker und Zimt oder in piloncillo-Sirup getränkt in einem tiefen Teller. In Oaxaca werden sie mit heißer Schokolade oder atole begleitet, und traditionell werden sie auf einem Tonteller serviert, der zum Schluss auf den Boden geworfen wird, um sich etwas zu wünschen und im neuen Jahr Glück anzuziehen.
- Woher stammen die buñuelos ursprünglich?
- Die buñuelos kamen im 16. Jahrhundert aus Spanien nach Mexiko, mit Wurzeln in der arabisch-andalusischen Backkunst. In Neuspanien wurden sie mit Schweineschmalz, Anis und piloncillo angepasst und entwickelten regionale Varianten wie den viereckigen buñuelo aus Aguascalientes und den Käse-buñuelo aus Oaxaca, womit eine eigenständig mexikanische Dezembertradition entstand.
Konsultierte Quellen

Gründer, Recetas Mexas
Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.
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