
Wie man Maistortillas zu Hause macht
15. Jan. 2026
Lerne Schritt für Schritt, wie du zu Hause Maistortillas mit nixtamalisiertem Maismehl machst. Mit Tricks für die perfekte Textur, wo du die Zutaten in Spanien kaufst und häufigen Fehlern, die du vermeiden solltest.
Zu Hause gemachte Maistortillas sind unvergleichlich besser als jede gekaufte Version. Der Duft von frischem Mais, die weiche, aber kräftige Textur, dieser Geschmack, der dich direkt nach Mexiko versetzt... Sobald du sie zu Hause machst, willst du nicht mehr zu den verpackten zurück. Und die gute Nachricht ist, dass es viel einfacher ist, als du denkst.
Was du brauchst
Die Zutaten sind minimalistisch: nur zwei Dinge.
- Nixtamalisiertes Maismehl (Maseca): 2 Tassen (etwa 250 g). Finde es in lateinamerikanischen Läden für 2-3 € pro Kilo oder bei Amazon Spanien. Wichtig: Es muss nixtamalisiert sein, italienische Polenta oder normales Maismehl aus dem Mercadona taugen nicht.
- Lauwarmes Wasser: etwa 1,5 Tassen (die genaue Menge variiert je nach Luftfeuchtigkeit des Tages).
- Salz: ein halber Teelöffel (optional, aber empfohlen).
Ausrüstung: Presse oder Nudelholz?
Die Tortillapresse ist das traditionelle Werkzeug und das, was die besten Ergebnisse liefert. Du findest sie bei Amazon Spanien für 15-25 € (suche nach "prensa tortillas" oder "tortilla press"). Die aus Gusseisen sind die besten, weil ihr Gewicht die Arbeit für dich erledigt.
Alternative ohne Presse: Ein Nudelholz und zwei Stücke Plastik (ein aufgeschnittener Ziploc-Beutel funktioniert perfekt). Lege die Teigkugel zwischen die Plastikstücke und walze sie mit dem Nudelholz flach. Erfordert mehr Übung, funktioniert aber gut.
Profi-Trick: Du kannst auch zwei Schneidebretter verwenden. Lege die Masa zwischen Plastik, lege das Brett darüber und drücke mit den Händen. Es ist überraschend effektiv.
Schritt für Schritt im Detail
1. Bereite die Masa zu (5 Minuten)
Gib das Mehl in eine große Schüssel. Füge das lauwarme Wasser nach und nach hinzu, während du mit den Händen mischst. Der Schlüssel ist, das Wasser allmählich hinzuzufügen – es ist einfacher, hinzuzufügen als zu entfernen.
Die richtige Textur: Die Masa sollte sich wie weiche Knete anfühlen. Wenn sie beim Zerdrücken Risse bekommt, fehlt Wasser. Wenn sie an den Händen klebt, hat sie zu viel. Forme eine Kugel und drücke sie: Wenn die Ränder Risse bekommen, füge einen weiteren Esslöffel Wasser hinzu und knete.
Lass die Masa 5 Minuten ruhen, abgedeckt mit einem feuchten Tuch. So kann das Mehl das gesamte Wasser gleichmäßig aufnehmen.
2. Forme die Kugeln
Teile die Masa in Portionen von der Größe eines Golfballs (etwa 35-40 g pro Stück). Mit dieser Menge Masa ergeben sich etwa 15-16 Tortillas. Halte sie mit dem feuchten Tuch abgedeckt, während du arbeitest, damit sie nicht austrocknen.
3. Flache die Tortillas
Lege deine Presse auf beiden Seiten mit Plastik aus (das verhindert das Ankleben). Lege eine Kugel in die Mitte, schließe und drücke fest, aber nicht brutal. Öffne, löse vorsichtig ab und fertig.
Ideale Dicke: etwa 2 mm. Weder so dünn, dass sie reißen, noch so dick, dass sie wie Gorditas werden (es sei denn, du willst natürlich Gorditas machen).
Häufiger Fehler: Zu fest drücken. Die Tortilla wird so dünn, dass sie beim Ablösen reißt. Probiere herum, bis du deinen Punkt findest.
4. Brate sie auf dem Comal oder in der Pfanne
Das ist der Schritt, bei dem viele scheitern, also pass auf:
Der Comal: Wenn du keinen Comal hast (die flache mexikanische Platte), verwende eine gusseiserne Pfanne oder eine beschichtete Pfanne. Erhitze sie bei mittlerer bis hoher Hitze OHNE Öl oder Butter.
Erstes Wenden: Lege die Tortilla auf und warte 60-90 Sekunden. Du wirst sehen, dass die Ränder anfangen, leicht auszutrocknen. Wende sie.
Zweites Wenden: weitere 60-90 Sekunden. Hier sollte sie anfangen, sich aufzublähen (wenn sie sich aufbläht, bist du auf dem richtigen Weg – das bedeutet, dass die Masa gut hydratisiert ist). Wenn sie sich nicht aufbläht, mach dir keine Sorgen, sie wird trotzdem gut.
Drittes Wenden (optional): weitere 15-20 Sekunden. Wenn du leicht mit einem Spatel drückst, hilfst du ihr, sich aufzublähen.
Pfannentemperatur: Wenn die Tortilla in weniger als 30 Sekunden verbrennt, reduziere die Hitze. Wenn sie länger als 2 Minuten braucht, erhöhe sie. Der genaue Punkt hängt von jeder Küche ab.
5. Warm halten
Wickle die fertigen Tortillas in ein sauberes Küchentuch oder in einen Tortillero (erhältlich in lateinamerikanischen Läden oder bei Amazon für 8-12 €). Der Dampf, den sie abgeben, hält sie bis zu 30 Minuten weich und warm.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Masa, die Risse bekommt: Es fehlt Wasser. Füge einen Esslöffel hinzu, knete gut und probiere erneut.
- Klebrige Masa: Sie hat zu viel Wasser. Füge nach und nach Mehl hinzu.
- Tortillas, die beim Wenden reißen: Sie sind zu dünn oder die Pfanne ist nicht heiß genug.
- Harte Tortillas: Sie wurden zu lange oder bei zu niedriger Hitze gebraten. Sie sollten flexibel bleiben.
- Sie blähen sich nicht auf: Die Masa war trocken, die Pfanne war nicht heiß genug oder die Tortillas sind zu dick. Es ist nicht das Ende der Welt – sie sind trotzdem essbar.
Variationen und Ideen
Blaue Maistortillas: Verwende nixtamalisiertes blaues Maismehl (schwerer zu finden, aber einige lateinamerikanische Läden haben es). Der Geschmack ist intensiver und die Farbe ist spektakulär.
Tortillas mit Kräutern: Füge fein gehackten Koriander oder gemahlenen getrockneten Chili zur Masa hinzu, für Tortillas mit zusätzlichem Geschmack. Perfekt für Tacos al pastor.
Hausgemachte Totopos: Schneide übrig gebliebene Tortillas (oder vom Vortag) in Dreiecke und frittiere sie 2-3 Minuten in heißem Öl. Salze sie nach dem Herausnehmen. Sie sind tausendmal besser als die gekauften und perfekt für Chilaquiles.
Wie viele machen und wie aufbewahren?
Menge: Rechne mit 4-5 Tortillas pro Person für Tacos, 3-4 als Beilage.
Kühlschrank: Sie halten 3-4 Tage in einem Ziploc-Beutel. Erwärme sie vor dem Servieren in einer trockenen Pfanne.
Gefrierschrank: Trenne sie mit Backpapier und friere sie im Beutel ein. Sie halten bis zu 3 Monate. Tau sie bei Raumtemperatur oder direkt in der Pfanne auf.
Wo man das Mehl in Spanien kauft
Das Maseca-Mehl (Marktführer) findet man in:
- Lateinamerikanischen Läden: die günstigste Option (2-3 €/kg). In Madrid praktisch jeder Laden in Lavapiés. In Barcelona im Raval. In Valencia in Ruzafa.
- Amazon Spanien: Maseca 1 kg für etwa 4-5 € mit Prime-Versand.
- Carrefour: Einige große Filialen haben eine internationale Abteilung mit Maseca.
- Online: MexGrocer.es und TiendaMexicana.es haben verschiedene Marken.
Maistortillas zu Hause zu machen ist eine dieser einfachen Freuden, die deine Erfahrung mit der mexikanischen Küche komplett verwandeln. Beim ersten Mal dauert es etwas länger, aber nach 2-3 Versuchen machst du sie auf Autopilot. Und der Duft, der deine Küche erfüllt, ist unbezahlbar. Trau dich, es dieses Wochenende auszuprobieren!
Die Wissenschaft des Nixtamal: Warum es wichtig ist
Das Nixtamal ist der uralte Prozess, der eine gute Tortilla von einer einfachen Maisscheibe unterscheidet. Die Azteken entdeckten vor mehr als 3.500 Jahren, dass das Kochen von Mais mit Kalk (Calciumoxid) das Korn komplett verwandelte: Die äußere Schicht wird weicher, die Proteine werden besser verdaulich und das Niacin (Vitamin B3) wird freigesetzt, ein essentieller Nährstoff, der sonst im Korn gefangen bleibt.
Wenn du Maseca-Mehl oder eine andere nixtamalisierte Marke kaufst, ist dieser Prozess bereits erledigt. Deshalb ist es grundlegend, es nicht durch Polenta, Maismehl für Arepas oder Maisstärke zu ersetzen. Jedes hat eine andere Behandlung, die Geschmack, Textur und Nährwert beeinflusst. Wenn du einen Schritt weiter gehen willst, verkaufen einige lateinamerikanische Läden in Madrid (besonders in Lavapiés und Usera) frische nixtamalisierte Masa – frage direkt danach, denn sie ist nicht immer sichtbar. Der Preis liegt bei etwa 3-4 € pro Kilo und das Ergebnis ist deutlich besser als das des rekonstituierten Mehls.
Tortillas für verschiedene Gerichte
Nicht alle Tortillas sollten gleich sein. Je nachdem, was du zubereiten möchtest, ist es ratsam, Dicke und Größe anzupassen:
- Für Tacos: kleine Tortillas (12-14 cm Durchmesser), dünn (1,5-2 mm). Sie müssen flexibel sein, um sich falten zu lassen, ohne zu reißen. Ideal ist es, zwei Tortillas pro Taco zu verwenden, wie man es in Mexiko macht.
- Für Enchiladas: mittlere Größe (15-16 cm), mittlere Dicke. Sie müssen die Sauce aushalten, ohne sich aufzulösen, aber dünn genug zum Rollen sein.
- Für Tostadas: dünn und groß (16-18 cm). Sie werden frittiert oder gebacken, bis sie knusprig sind. Ein Trick: Backe sie bei 180 °C für 12-15 Minuten, wende sie zur Hälfte, für eine leichtere Version als die frittierte.
- Für Quesadillas: etwas dicker (3 mm) und groß. In Zentralmexiko werden Quesadillas mit roher Masa gemacht, die vor dem Garen gefüllt wird – ein fortgeschrittenes Niveau, das einen Versuch wert ist.
- Für Sopes und Gorditas: viel dicker (5-6 mm). Sie werden zuerst gegart, die Ränder werden eingekniffen, um einen Rand zu formen, und dann leicht frittiert. Sie sind eine andere Art, dieselbe Masa zu genießen.
Preisvergleich: selbstgemacht vs. gekauft
Tortillas zu Hause zu machen ist nicht nur geschmacklich besser, sondern auch deutlich günstiger, wenn du sie häufig isst:
- Supermarkt-Tortillas (Hacendado, Old El Paso): 1,50-2,50 € pro 8 Stück aus Weizen. Die aus Mais sind schwerer zu finden und kosten 2,50-3,50 € pro 8 Stück.
- Hausgemachte Tortillas mit Maseca: 1 kg Mehl (2-3 € im lateinamerikanischen Laden) ergibt etwa 30-35 Tortillas. Kosten pro Tortilla: weniger als 0,10 €.
- Handwerkliche Tortillerias (wenn du das Glück hast, in der Nähe einer zu wohnen): 5-8 €/kg in Madrid und Barcelona. Ausgezeichnete Qualität, aber hoher Preis für den täglichen Verzehr.
Wenn deine Familie mehrmals pro Woche Tortillas isst, ist der Unterschied im Jahr beträchtlich. Außerdem enthalten die hausgemachten keine Konservierungs- oder Zusatzstoffe – nur Mais, Wasser und Salz.
Lösung fortgeschrittener Probleme
Nachdem du mehrmals Tortillas gemacht hast, kannst du auf diese spezifischeren Probleme stoßen:
- Tortillas, die oval werden: Die Teigkugel ist nicht zentriert in der Presse oder der Druck ist nicht gleichmäßig. Versuche, die Masa um 180 Grad zu drehen und ein zweites Mal zu drücken.
- Unregelmäßige oder rissige Ränder: Die Masa muss mehr geknetet werden. Bearbeite die Masa mindestens 2 Minuten, bevor du Kugeln formst.
- Bitterer oder roher Geschmack: unzureichendes Garen. Jede Seite braucht mindestens 60 Sekunden. Goldene Flecken sind ein Zeichen guten Garens.
- Sie kleben am Plastik: Das Plastik ist zu dünn oder hat Falten. Verwende dicke Gefrierbeutel und stelle sicher, dass sie vollständig glatt sind.
Mit Übung kannst du in 20 Minuten 15-20 frisch gemachte Tortillas haben. Es ist ein Ritual, das viele mexikanische Familien täglich durchführen, und sobald du es in deine Routine einbaust, wird es zu etwas fast Meditativem.

Gründer, Recetas Mexas
Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.
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