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Mexikanische Chilis: Leitfaden zu Sorten und Verwendung
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Mexikanische Chilis: Leitfaden zu Sorten und Verwendung

22. Jan. 2026

Vollständiger Leitfaden zu mexikanischen Chilis: Sorten, Schärfegrad, Aromen, Verwendung in der Küche und wo man sie in Spanien kauft. Vom milden Chile Ancho bis zum explosiven Habanero.

Chilis sind die Zutat, die die mexikanische Küche definiert. Mexiko hat mehr als 60 kultivierte Sorten, jede mit einem anderen Geschmacks-, Schärfe- und Verwendungsprofil. Es geht nicht nur um "Schärfe": Chilis bringen Süße, Rauchigkeit, Fruchtigkeit, Erdigkeit, Blumigkeit... Sie sind die komplexeste und faszinierendste Zutat der mexikanischen Gastronomie. Dieser Leitfaden hilft dir, die wichtigsten kennenzulernen und sie mit Selbstvertrauen zu verwenden.

Getrocknete Chilis: die Säulen der Saucen

Getrocknete Chilis sind dehydrierte Versionen frischer Chilis. Beim Trocknen konzentrieren sie ihre Aromen und entwickeln neue Noten. Sie sind die Grundlage von Saucen, Moles und Adobos.

Chile Guajillo

Geschmack: fruchtig, leicht süß, mit einer moderaten Schärfe. Es ist der meistverwendete Chili in Mexiko.

Schärfe: ★★☆☆☆ (2.500-5.000 Scoville). Sehr handhabbar, fast jeder verträgt ihn.

Aussehen: lang (10-15 cm), glatte und glänzende Haut, dunkelrote Farbe.

Verwendungen: rote Sauce für Enchiladas, Sauce für Chilaquiles, Adobos für Fleisch, roter Reis. Wenn du nur einen getrockneten Chili kaufst, dann diesen.

Rezepte: Rote Chilaquiles, rote Enchiladas, rote Tischsauce.

In Spanien: erhältlich in lateinamerikanischen Läden (3-4 €/100 g) und bei Amazon. Es ist der am leichtesten zu findende getrocknete Chili.

Chile Ancho

Geschmack: süß, tiefgründig, mit Noten von Rosinen und Schokolade. Es ist der getrocknete Chili aus dem Poblano.

Schärfe: ★☆☆☆☆ (1.000-2.000 Scoville). Praktisch nicht scharf, bringt nur Geschmack.

Aussehen: breit und faltig (daher sein Name, "ancho" bedeutet breit), dunkelbraune, fast schwarze Farbe.

Verwendungen: Mole poblano (es ist der Hauptchili), schwarzer Mole, süße Adobos, gefüllte Chilis, wenn frisch (Poblano).

Rezepte: Mole poblano, Adobo für Carnitas.

Trick: Er ist so mild, dass du ihn direkt in Cremes oder Suppen pürieren kannst, um Farbe und Geschmack ohne jede Schärfe zu geben.

Chile Chipotle

Geschmack: intensiv rauchig, süß, mit einer mittleren Schärfe, die anhält. Es ist ein reifer (roter) Jalapeño, der mit Rauch getrocknet wurde.

Schärfe: ★★★☆☆ (5.000-10.000 Scoville). Scharf, aber für die meisten erträglich.

Aussehen: faltig, kaffeebraune Farbe, mit unverwechselbarem Raucharoma. Wird getrocknet oder in Dosen (in Adobo) verkauft.

Verwendungen: rauchige Saucen, Adobo für Hähnchen/Schwein, Chipotle-Mayonnaise, Cremes. Ein Teelöffel Chipotle verwandelt jedes Gericht.

Rezepte: Hähnchen in Chipotle, cremige Chipotle-Sauce, Tinga de pollo.

In Spanien: Die Chipotles in Adobo (in Dosen) sind die praktischste Form. Sie sind bei Carrefour (internationale Abteilung, 3 €) und in allen lateinamerikanischen Läden zu finden. Eine Dose hält lange, weil man wenig verwendet.

Trick: Friere die übrig gebliebenen Chipotles aus der Dose einzeln in Eiswürfeln ein. So kannst du jedes Mal ein oder zwei verwenden, ohne zu verschwenden.

Chile de Árbol

Geschmack: direkt, klar, mit einer stechenden Schärfe und Nussnoten, wenn er geröstet wird.

Schärfe: ★★★★☆ (15.000-30.000 Scoville). Ziemlich scharf. Mit Vorsicht verwenden.

Aussehen: klein (5-7 cm), dünn, leuchtend rot.

Verwendungen: scharfe rote Tischsauce, Taquera-Sauce, Chiliöl, Dekoration.

Trick: Röste 3-5 Chiles de árbol in einer trockenen Pfanne (Vorsicht, die Dämpfe brennen in den Augen), püriere sie mit Knoblauch, Salz und etwas Essig. Schon hast du die perfekte scharfe Sauce für Tacos.

Chile Pasilla

Geschmack: erdig, bitter (im guten Sinne), mit Noten von Kakao und Kräutern.

Schärfe: ★★☆☆☆ (1.000-4.000 Scoville). Mild.

Aussehen: lang und dunkel, fast schwarz. "Pasilla" kommt von "pasa" (Rosine) wegen seiner faltigen Haut.

Verwendungen: schwarzer Mole, dunkle Saucen, kombiniert wunderbar mit Ancho und Guajillo (die "Dreifaltigkeit" der Chilis für Moles).

Chile Mulato

Geschmack: Schokolade, Tabak, feuchte Erde. Es ist die süße und dunkle Version des getrockneten Poblano-Chilis.

Schärfe: ★☆☆☆☆ (500-2.500 Scoville). Sehr mild.

Verwendungen: Mole poblano (zusammen mit Ancho und Pasilla), dunkle Saucen. Er ist in Spanien schwer zu finden, lässt sich aber online bestellen.

Frische Chilis

Chile Serrano

Geschmack: vegetabil, krautig, scharf, klar und direkt.

Schärfe: ★★★★☆ (10.000-25.000 Scoville). Stark.

Verwendungen: frische Salsa verde, Pico de gallo, Guacamole. Es ist der häufigste frische Chili in der alltäglichen mexikanischen Küche.

In Spanien: schwer zu finden. Ersatz: frische grüne Guindilla oder scharfe Pimientos del Padrón. Italienischer Chili (Peperoncino) funktioniert ebenfalls.

Chile Jalapeño

Geschmack: vegetabil, leicht süß, variable Schärfe (manche sind sehr scharf, andere fast gar nicht).

Schärfe: ★★★☆☆ (2.500-8.000 Scoville). Mittel.

Verwendungen: in Essig (Nachos, Pizza), gefüllt (Jalapeño Poppers), Saucen, Rajas. Es ist der international bekannteste mexikanische Chili.

In Spanien: Manchmal findet man sie frisch bei Carrefour oder gut sortierten Obstläden. In Essig findet man sie in jedem Supermarkt. Der frische Jalapeño lässt sich durch grüne italienische Paprika + etwas Cayennepfeffer ersetzen.

Tatsache: Der Chipotle ist ein reifer und geräucherter Jalapeño. Gleicher Chili, andere Verarbeitung, völlig anderer Geschmack.

Chile Poblano

Geschmack: vegetabil, erdig, leicht süß mit einer sehr milden Schärfe. Er ist groß und fleischig.

Schärfe: ★☆☆☆☆ (1.000-2.000 Scoville). Fast nicht scharf.

Verwendungen: gefüllte Chilis (das Vorzeigegericht), Rajas con crema, Chiles en nogada, Rajas für Tacos und Quesadillas.

In Spanien: selten frisch. Ersatz: große grüne italienische Paprika, geröstet und geschält. Es ist nicht identisch, aber die fleischige Textur ist ähnlich.

Chile Habanero

Geschmack: intensiv fruchtig (Mango, Maracuja), blumig, mit einer EXTREMEN Schärfe.

Schärfe: ★★★★★ (100.000-350.000 Scoville). SEHR scharf. Äußerste Vorsicht.

Verwendungen: yucatekische Küche (Süden Mexikos), Habanero-Saucen, Ceviches. Er wird in minimalen Mengen verwendet.

Warnung: Trage Handschuhe beim Hantieren. Ein einziger Habanero kann eine Sauce für 20 Personen ergeben. Wenn du dir nach dem Schneiden die Augen berührst, wirst du dich stundenlang daran erinnern.

In Spanien: manchmal in internationalen Obstläden oder lateinamerikanischen Läden. Er lässt sich auch gut im Topf im mediterranen Klima anbauen.

Schnelle Referenztabelle

  • Ohne Schärfe: Ancho, Mulato, Poblano → ideal für milde Saucen und Moles
  • Niedrige bis mittlere Schärfe: Guajillo, Pasilla, Jalapeño → für Tischsaucen und täglichen Gebrauch
  • Mittlere bis hohe Schärfe: Chipotle, Serrano, De Árbol → für scharfe Saucen und Adobos
  • Sehr scharf: Habanero → nur für Experten und in minimalen Dosen

Wie man getrocknete Chilis verwendet: Grundtechnik

  1. Reinigen: Öffne an einer Seite, entferne Samen und Adern (hier steckt der Großteil der Schärfe).
  2. Rösten: trockene Pfanne bei mittlerer Hitze, 20-30 Sekunden pro Seite. Sie sollten leicht die Farbe ändern und Aroma freisetzen. Lass sie nicht verbrennen.
  3. Einweichen: heißes Wasser (nicht kochend) 15-20 Minuten, bis sie flexibel sind.
  4. Pürieren: mit Knoblauch, Salz und etwas vom Einweichwasser.
  5. Passieren: Für feine Saucen durch ein Sieb streichen. Für rustikale lasse sie so, wie sie ist.
  6. Anbraten: Erhitze Öl in einer Pfanne, gieße die Sauce hinein und koche 5 Minuten unter Rühren. Dieses "Refrito" vertieft den Geschmack enorm.

Wo man sie in Spanien kauft

  • Lateinamerikanische Läden: die beste Auswahl und Preise. In Madrid (Lavapiés), Barcelona (Raval), Valencia (Ruzafa) gibt es mehrere Optionen. Sieh dir unseren Ladenführer an.
  • Amazon Spanien: ordentliche Vielfalt, besonders getrocknete Chilis und Chipotles in Dosen.
  • Carrefour: internationale Abteilung, Chipotles in Adobo und manchmal Jalapeños in Essig.
  • Eigener Anbau: Viele Chilis wachsen gut im Topf im spanischen Klima (Habanero, Serrano, Jalapeño). Eine Pflanze produziert im Sommer Dutzende Chilis.

Möchtest du dein Chili-Wissen in die Praxis umsetzen? Beginne mit einer roten Guajillo-Sauce – sie ist die einfachste und vielseitigste. Von dort aus öffnet sich die Welt der Chilis vor dir.

Wie man seine Chilis lagert und aufbewahrt

Zu wissen, wie man Chilis richtig aufbewahrt, ist genauso wichtig wie zu wissen, wie man sie verwendet. Eine gute Lagerung kann ihren Geschmack und ihre Stärke monatelang bewahren, während eine unsachgemäße Lagerung sie in Wochen ruiniert.

Getrocknete Chilis: die Vorratskammer ist dein Verbündeter

Getrocknete Chilis (Ancho, Guajillo, Pasilla, De Árbol) halten sich am besten an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Bewahre sie in luftdichten Beuteln oder Glasbehältern auf. Gut gelagert halten sie 6 Monate bis zu einem Jahr. Ein Trick: Lege ein Lorbeerblatt in den Behälter, um mögliche Insekten fernzuhalten. Wenn du bemerkst, dass sie ihre Flexibilität verlieren, ist das ein Zeichen, dass sie zu lange gelagert sind.

Frische Chilis: intelligente Kühlung

Frische Jalapeños, Serranos und Habaneros halten 1-2 Wochen im Kühlschrank in einer Papiertüte (kein Plastik, das Feuchtigkeit ansammelt). Um sie länger aufzubewahren, kannst du sie in Scheiben schneiden und auf einem Blech einfrieren, bevor du sie in einen Gefrierbeutel füllst. So kannst du nur die Menge verwenden, die du brauchst, ohne alles aufzutauen.

Chilis in Adobo: der Gefrierschrank-Trick

Eine geöffnete Dose Chipotles in Adobo hält nur wenige Tage im Kühlschrank. Die beste Lösung: friere die Chilis einzeln ein in einer Eiswürfelform mit etwas von ihrer Sauce. Sobald sie gefroren sind, fülle sie in einen luftdichten Beutel. Jeder Würfel entspricht etwa einem Chipotle, perfekt zum Hinzufügen zu Eintöpfen, Marinaden und Saucen, ohne zu verschwenden.

Entdecke mehr über mexikanische Zutaten in unseren detaillierten Rezepten und finde authentische Chilis in den mexikanischen Läden deiner Stadt.

Schärfeskalen: der praktische Scoville-Leitfaden

Die Scoville-Skala zu verstehen, hilft dir, den richtigen Chili für jedes Rezept und jede Toleranz zu wählen. Der Poblano/Ancho ist der mildeste (1.000-2.000 SHU), perfekt für Anfänger. Der Jalapeño und der Chipotle liegen im mittleren Bereich (2.500-8.000 SHU), ideal für diejenigen, die eine spürbare, aber handhabbare Schärfe genießen. Der Serrano steigert das Niveau (10.000-25.000 SHU) und ist der Standard in mexikanischen Saucen. Der Chile de árbol (15.000-30.000 SHU) bringt eine direkte und klare Schärfe. Und an der Spitze ist der Habanero (100.000-350.000 SHU) für die Mutigen: Verwende ihn mit viel Respekt und in minimalen Mengen, bis du deine Toleranz kennst.

Baue deine eigenen Chilis in Spanien an

Das spanische Klima ist überraschend günstig für den Anbau mexikanischer Chilis. Jalapeños, Serranos und Habaneros wachsen gut in Töpfen auf sonnigen Balkonen in Madrid oder Barcelona zwischen April und Oktober. Kaufe Samen in spezialisierten Online-Shops, säe Ende Februar drinnen aus und pflanze um, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Eine gut gepflegte Jalapeño-Pflanze produziert zwischen 25 und 35 Chilis pro Saison, genug für monatelange hausgemachte Saucen.

Edmond Bojalil
Edmond Bojalil

Gründer, Recetas Mexas

Mexikaner aus Puebla, IT-Profi und Foodie. Autor von über 1.000 authentischen mexikanischen Rezepten, angepasst für Küchen auf der ganzen Welt. Lebt seit 2018 in Madrid.

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